Einer meiner Lieblingsplätze im Deutsch-fotografischen Internet ist www.FotoTV.de. Dort gibt es in der Regel genau die Beiträge, die ich sonst nirgendwo zu sehen bekomme. Ich kann auf dieser Website sowohl Fotografen als auch Bildbearbeitern über die Schulter schauen und immer wieder etwas lernen. Superklasse!
Heute z.B. hab‘ ich dort einen Film entdeckt, in gezeigt wird wie der Photoshop Filter „Helligkeit interpolieren“ zur Hautglättung eingesetzt werden kann. Im Film wird behauptet, dass der der Filter „Gaußscher Weichzeichner“ nicht für die Hautglättung geeignet sei. Das hat mich nun interessiert, da nahezu alle meine Photoshop-Guru’s den Gaußschen Weichzeicher zur Hautglättung einsetzen. Die Stärke von „Helligkeit interpolieren“ sei, dass Kanten erhalten blieben, während Hautunreinheiten beseitigt werden. Stimmt das wirklich?

Zum Test ziehe ich ein Foto aus dem letzten Urlaub heran. Ein Portrait, bei dem ich dem Model einen Blitz von unten in das Gesicht werfe. So eine Lichtführung ist klasse für die Dramatik, aber gleichzeitig ein Killer für die Haut des Models. In diesem Horror-Licht wird selbst die geschmeidigste Haut zum Sandpapier. Da muss das Hautglättungsverfahren richtig arbeiten um das Foto brauchbar zu machen.
Weiterhin versteckt das Model auf dem Foto die Wange hinter einem dunklen Kragen. Das Foto hat also eine besonders kontrastreiche Kante direkt in der Haut – der Tot eines jeden Weichzeichners.
Die Haut im Foto habe ich nun einmal mittels Gauß und ein weiteres mal mittel Helligkeit interpolieren weichgezeichnet. In beiden Fällen habe ich die Deckkraft der Weichzeichnung bis an genau die Stelle hochgeregelt, bei der mir die Haut noch so gerade eben glaubhaft erscheint. Bei der Bearbeitung der Ebenenmaske der weichgezeichneten Ebene, merke ich deutliche Vorteile des Helligkeit interpolieren Filters. Ich kann bis ganz nah an die Kante die weichgezeichnete Haut einpinseln. Beim Gaußen Weichzeichner muss ich da viel mehr Abstand halten, da er mir den dunklen Kragen in die benachbarte helle Haut rein rechnet.
Allerdings, beim Hautbild überzeugt mich Helligkeit interpolieren so gar nicht. Ich sehe sehr helle Spitzen im Hautbild. Wenn ich die weiche Ebene so stark einblende, dass die Spitzen verschwinden, dann verschwinden die Poren gleich mit und ich erhalte eine Plastikhaut. Schade. Ich schaffe es nicht das Hautbild so sanft und sauber hinzubekommen, wie ich es vom Gaußen Weichzeichner gewohnt bin. Klickt mal auf das Foto in diesem Artikel um es in groß anzusehen und schaut euch mal die Details an.
Mein Fazit:
Der Filter „Helligkeit interpolieren“ hat einen Vorteil bei Hautpartien, die ganz nah an starken Kontrasten wie z.B. einem dunklen Kragen liegen. An allen anderen Stellen der Haut liefert der „Gaußsche Weichzeichner“ allerdings das weit überlegene Hautbild.
Dieser kleine schnelle Test ist natürlich nicht repräsentativ und ich bin auch kein Photoshop Guru. Wenn ihr eure eigenen Erfahrungen mit „Helligkeit interpolieren“ gemacht habt, dann lasst mich das doch mal wissen.
ungeschminkt,
Michael
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